- Programm 2018 -

Theater ist nur fesselnd, unterhaltsam und bewegend wenn Akteur und Betrachter in einem permanenten Kontakt zueinander stehen. Theater ist immer eine „vereinfachte Welt“, die jedoch enttäuscht, wenn der Zuschauer in ihr nicht die „ganze Welt“ imaginiert. Die Akademie will für jeden Teilnehmer eine Reise ermöglichen, die eigenen Möglichkeiten zu entdecken, zu betrachten, zu reflektieren und schließlich zu erweitern.

Die Akademie wird auf Englisch durchgeführt.

 

Workshop I. Performing

Zwei Aspekte unserer theatralen Arbeit sind auch zentral für die Gestaltung der Akademie:

1. Der Performer / Autor / Spieler

Alle unsere Figuren, Szenen und Stücke entstehen aus einem Schöpfungs- und Gestaltungsimpuls im Spieler/Autor oder Regisseur/Autor. Dieser Impuls ist sehr individuell: verborgen oder dominant, formal oder naiv, vermessen oder bescheiden, flüchtig oder konstant, geistig oder instinktiv, zufällig oder vorbereitet. Für die gemeinsame Kreation ist er aber immer notwendig, denn er bringt eine Entscheidung und „den Stein ins Rollen“. Der Wunsch zu verkörpern, sich zu verwandeln, etwas ab- oder nachzubilden ist ein wichtiger Antrieb für den gesamten Prozess unserer Kreation. 

Wir vermitteln keine Patentrezepte, sondern versuchen gemeinsam ein Gespür zu entwickeln, wie und wo Lebendiges entsteht und sich entfalten kann. Die Gestaltung einer fruchtbaren Arbeitsumgebung, die Balance von Ordnung und Chaos, liegt in der Verantwortung des Ensembles.

2. Die Maske

ist ein komplexes und doch einfaches Instrument. Ihre Widersprüchlichkeiten stehen für das Paradox des Theaters selbst.
Die Maske führt uns schnell zu den Wurzeln von Theater und seinen wichtigsten Elementen: Rhythmus - Raum - Bewegung.

Folgende Schwerpunkte, die sich in der Arbeit von Familie Flöz lebendig weiterentwickeln, werden Gegenstand der Akademie sein:

Figur und Szene
Der Schwerpunkt liegt hier beim praktischen Erfinden und Erforschen einer selbst kreierten Figur: ihrer Grundenergie und ihres Rhythmus, ihr Gang und ihr Atem, ihre Grundcharakterzüge, die Gegenfigur. So wird durch die Klärung und Stärkung der Figur maßgeblich das Finden von Themen und Szenen – auch im Zusammenhang mit anderen Figuren – ermöglicht.

Maske und Musik
Rhythmus, Atem und Emotion sind wesentliche Elemente der Maske, die durch die Interaktion mit Musik noch direkter erlebbar und auf ein höheres Niveau gebracht werden können. In Improvisationen einer Maske/Figur die live durch Klänge und Rhythmen unterstützt wird, erforschen wir diese Verbindung.

Stückentwicklung
Wie entsteht aus einer Improvisation szenisches Material? Wie finde ich ein Thema? Wie baut man eine Szene?
Für die Entwicklung von Szenen oder Stücken gibt es kein Rezept. Der kollektive Entwicklungsprozess ist jedes mal eine neue Herausforderung für ein Ensemble.
Aus unseren Erfahrungen werden wir praktische Anregungen geben für die Entwicklung einer Figur, einer Szene und auch Impulse geben, wie ein eigenes Stück entstehen kann.

 

Workshop II. Maskenbau

Die Teilnehmer bauen im Laufe des Kurses eine selber entworfene Vollmaske aus Pappmaché.

Wie auch im Performing Aspekt steht die Autorenschaft des Teilnehmers im Fokus. Ausgehend vom Abdruck des eigenen Gesichts gehen die Teilnehmer auf die Suche nach einer eigenen Form. Sie treffen Entscheidungen für eine Figur, recherchieren dazu und entwickeln den Charakter bis hin zur Umsetzung in Ton. Der gesamte Herstellungsprozess vom modellierten Positiv, über die negative Mutterform, bis zum Kaschieren und der Fertigstellung der Maske wird unterstützend und kritisch begleitet und reflektiert.

Neben technischen Informationen zum Maskenbau werden Kenntnisse zur Form selbst vermittelt, die hilfreich sind, damit die Maske später auf der Bühne lebendig werden kann. Folgende Themen werden dabei berücksichtigt: Anatomie, Asymmetrie, die Maske als Projektionsfläche, Figur, Licht.

 

Workshop I. und II.

Tuning movement / senses / space feelers
Energetic and organic movement training. The work is focusing on the body support system, as a key enabler to other levels of spatial/energetic awareness and to utmost sensitivity during intense physicality. Technical dance practice centered on kinesthetics rather than aesthetics will stimulate the personal creative potential through improvisations.

Neutrale Maske
Rhythmus, Spannung, Raum und Imagination sind für jeden Darsteller entscheidende Parameter. Die neutrale Maske ist ein sehr nützliches und lehrreiches Werkzeug, um den Vorgang des "Verkörperns" neu zu erleben, zu trainieren oder zu verfeinern.